Bär im Grubenhaus

Der Bär im Grubenhaus

Bereits seit den 1990er-Jahren wir eine sächsische Siedlung der Zeit um 800 n. Chr. bei Wittorf im Ldkr. Rotenburg (Wümme) von der Kreisarchäologie ergraben. Inzwischen konnte etwa ein Dutzend Langhäuser sowie zahlreiche Grubenhäuser, ebenerdige Nebengebäude und Heuberge dokumentiert werden.

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Schädel eines Braunbären.

Ein ungewöhnlicher Fund gelang 1996, als in einem Grubenhaus ein Tierschädel geborgen wurde. Erst jüngst wurden die Tierknochen von der Archäozoologin Silke Grefen-Peters bearbeitet, die den Schädel einem Braunbären (ursus arctos) zuordnen konnte.
Seine Lage im Grubenhaus lässt vermuten, dass in der Nähe Wittorfs einst ein Bär von den Sachsen erlegt wurde. Seine Überreste wurden in dem Grubenhaus offensichtlich weiterverarbeitet und sollten wohl als Trophäe einer nicht ungefährlichen Jagd dienen. Aufgrund des dezimierten Populationsbestandes ergingen bereits im ausgehenden 9. Jahrhundert die ersten „Schonzeitvorschriften“ für die Bärenjagd. Für den Bären aus Wittorf kamen sie aber zu spät.

Stefan Hesse

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